Ananassaft und -blätter: Ressourcen für innovative Materialien

Milch, Orangen, Zitronen, Kaffee, Salz, Ananas, Wasabi, Kokos, Reis, Mais, Soja, Algen, Wein, Bier, Bananen, Äpfel, Kiwis, Oliven, Kirschen, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Erdbeeren, Brennnesseln…

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Die Faser, die bei der Abfallverwertung von Ananas entsteht, ist bekannt als Piña, sie ist reich an Cellulose und Lignin, eine originelle und umweltfreundlichere Alternative zu den herkömmlichen Materialien für die Herstellung von Textilien, Tapisserie, technischen Geweben und Bekleidung. Es ist in der Tat um einen Rohstoff aus Abfallmaterial, dessen Produktion keine Umweltauswirkungen im Sinne der Nutzung von Wasserressourcen oder Bodenverbrauch hat.

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Vor ihrem Eintritt in den Mode- und Accessoires-Sektor wurde die Ananas-Faser fast ausschließlich für Seile und andere Verbundwerkstoffe eingesetzt. In der Folge hat das Interesse an der Verwendung umweltfreundlicher Stoffe zu einer fortschreitenden Entwicklung der Verarbeitungstechnologien all jener Pflanzenarten geführt, wie der Ananas, aus denen Fasern gewonnen werden können (Kokos, Hanf, Lotus, Banane etc.) und zudem zu einer Erweiterung der Anwendungsbereiche.

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Piña ist eine sehr weiche, glänzende, dünne, leichte Faser, die sich leicht waschen lässt. Sie ähnelt der Seide, ist biologisch abbaubar und wird durch mechanische Bearbeitung aus den Blättern der Pflanze extrahiert.
Das Material lässt sich sehr gut mit anderen Stoffen kombinieren. für die dekorative Drapierung in Innenräumen wird beispielsweise ein Gewebe aus Seide und Ananas verwendet, wobei erstere von Hand auf einem Tuch mit offenen Maschen aus Ananasfaser eingewebt werden.

Entwickelt wurden sie für den Innenbereich (Gardinen, Vorhänge, Raumteiler und Lampenschirme) und unter den Stoffen aus Naturfaser sind diejenigen aus Ananasfaser in einer Richtung beständig (d.h. sie können aufgerollt werden) und wurden einer Behandlung unterzogen, die sie flammwidrig gemäß ASTM E-84 Klasse A für die Flammenausbreitung und Rauchentwicklung macht.

In den letzten Jahren war diese Faser auch in der Branche Kleidung und Accessoires und der Haute Couture sehr erfolgreich. Wir erinnern an das Engagement von Carmen Hijosa für die Fertigung von Piñatex und den Erfolg der Damenmoden-Designerin Coralie Marabelle die im Jahr 2014 den Prix du Public auf dem Hyères International Fashion Festival gewann, mit ihrer Präsentation eines fransigen, faltigen Umorfil®-Jersey mit Stickereien auf einem Gewebe aus Ananas und Banane, das von Elodie Brunet realisiert und mit einer Muscheln geglättet worden war.

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Neben den Blättern wird auch der Saft der Frucht bei der Erzeugung innovativer Materialien verwendet, und zwar insbesondere für die bioaktiven Gewebe in der Medizinbranche zur Wundbehandlung. Sie bestehen aus Cellulose und werden mit in Ananassaft herangezogenen Bakterien hergestellt. Sie speichern ein spezielles Hydrogel, das akute und chronische Wunden in der Heilungsphase befeuchtet, sie erleichtern den Heilungsprozess bei Verbrennungen und Sonnenbränden und verbessern den Zustand der Haut, da sie nicht mit ihr verkleben und sie faltenfrei lassen.

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